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  Mildred McGinnis

Biographisches

Mildred McGinnis (1892 - 1966)

Mildred McGinnis erhielt ihren Bachelor- und Masterabschluss an der Washington Universität in St. Louis, Missouri. Zunächst unterrichtete sie Grundschullehrer, bevor sie 1916 an die Gehörlosenschule des "Central Institute für the deaf (CID)" wechselte. Von 1918 bis zu Ihrer Pensionierung 1963 war sie Leiterin der Abteilung für Sprachtherapie am CID.
Seit 1922 begann sie, sich mit der Diagnostik von Kindern mit "angeborener Aphasie" zu beschäftigten. So nannte sie diejenigen Kinder, die nicht sprechen konnten, obwohl sie im Gegensatz zu ihren Klassengenossen gut hörten.
Im ersten Weltkrieg arbeitete McGinnis als Sprachtherapeutin mit Soldaten, die aufgrund einer Kopfverletzung unter Aphasien litten. Später stellte sie Ähnlichkeiten bei den Störungen des Sprechens und der Sprache zwischen den erwachsenen hirnverletzten Soldaten und einigen der Kinder in der Gehörlosenschule fest.
Mit dem Ziel, die Sprechfähigkeiten zu verbessern, entwickelte sie eine effiziente Unterrichtsmethode für Kinder mit hochgradigen Sprachstörungen. Ihre Methode nannte sie "Assoziationsmethode", weil hier spezifische, für die mündliche Kommunikation notwendige Fähigkeiten verknüpft wurden.

Obwohl McGinnis ihre Methode aus der Arbeit mit gehörlosen Kindern entwickelte, zeigen sich  deutliche Unterschiede zum Sprachaufbau bei hörbehinderten Kindern

  • Es werden keine Übungen zum Lippenlesen für Laute oder Wörter durchgeführt, die nicht gesprochen werden können.
  • Es gibt keine allgemeinen Lautbildungsübungen, die nicht zu Wörtern führen.
  • Nomen werden Laut für Laut erarbeitet.
  • Für jeden Laut wird die Schriftform präsentiert.
  • Erst wenn das Kind ein Nomen selbst sprechen kann, wird es mit dem Objekt, das es symbolisiert, verknüpft.
  • Laute und Wörter, die gelernt wurden, sollen zunehmend selbständig aus dem Gedächtnis abgerufen werden.
  • Die Kinder lernen zu sprechen, zu lesen, Mundbewegungen abzusehen, zuzuhören und zu schreiben.

1939 veröffentlichte Mildred McGinnis ihr Buch "Aphasic children: Identification and Education by the Association Method", in der 2. Auflage erschienen 1963 unter dem Titel ""Aphasic children: Identification and Treatment by the Association Method"(Alexander Graham Bell Association).
1964 bereiste McGinnis die USA, Südamerika, England und Irland und stellte ihre Methode dort vor. Sie trainierte Lehrer, die mit Kindern und Erwachsenen mit Aphasie arbeiteten.

Zur Behandlung von Kindern mit verbalen Entwicklungsdyspraxien ist die Assoziationsmethode von Mildred McGinnis (neben vielen später entwickelten ähnlichen Verfahren) immer noch hochaktuell, wirksam und störungsspezifisch.

Ilse Wagner


 

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